MWC Marktbeobachtung Dezember 2018

MWC Marktbeobachtung Dezember 2018

by Lukas China

In einem kurzen Marktüberblick werden im Folgenden die beiden führenden Leitindizes der amerikanischen und deutschen Aktienmärkte mittels der technischen Analyse betrachtet.

Mit dem technischen Ansatz werden dabei die Erwartungen der Marktteilnehmer auf der Basis der Analyse des Kursverlaufes untersucht. Das Wichtige dabei ist, dass sich Kurse in Trends bewegen. Diese Trends bewegen sich oftmals solange fort, bis sich die Nachfrage-Angebot-Konstellation nach der Aktie, Aktienindex etc. wieder ändert.

Stand 09.12.2018

Der S&P 500, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA umfasst, befindet sich seit Frühjahr 2009 in einem starken positiven Trend (Bullenmarkt). D.h. es gibt deutlich mehr Nachfrage als Angebot am Markt für amerikanische Aktien. Der Ausgleich erfolgt über den Preisanstieg. 

 

S&P 500 (Monat, log. Darstellung)      Chartprogramm: guidants.com, eigene Analyse
Kursstand: 2.634 Punkte

Der Chartverlauf ist mittels der Kerzendarstellung dargestellt. Dabei steht eine grüne Kerze für eine positive und eine rote Kerze für eine negative Wertentwicklung des Indexes in dem jeweiligen Monat. 

Der positive Trend hält nun schon seit ca. 9,5 Jahren an. Zudem befindet sich der Index noch in seinem Aufwärtstrendkanal von 2011. Allerdings wird der positive Trend nun nicht mehr durch den Trendfolgeindikator MACD auf Monatsbasis bestätigt. Hier liegt nun ein Ausstiegssignal vor, welches mittelfristig für weitere Abverkäufe spricht. Der Relative Strength Index (RSI) ist ein Oszillator, der die Spanne zwischen überverkauften und überkauften Markt angibt. Dieser weist eine negative Divergenz vor und das Abrutschen vom überverkauften Bereich in den neutralen Bereich ist ebenfalls als Verkaufssignal zu werten.

Auch im kurzfristigen Zeitfenster ist der Trend des S&P 500 eher bärisch gestimmt:

 

S&P 500 Kursindex (Tag, log. Darstellung)              Chartprogramm: guidants.com, eigene Analyse

Auf Tagesbasis ist der S&P 500 im Oktober unter die 200-Tageslinie gefallen, die nun als Widerstand wirkt. Zudem hat die 50-Tageslinie die 200-Tageslinie von oben nach unten durckreuzt, was auch als „Todeskreuz“ benannt wird und weitere Kursverluste nach sich ziehen sollte. Sollte der Index nachhaltig unter den Unterstützungsbereich zwischen 2555 und 2530 Punkte fallen, würde ein Doppeltop aus den beiden Hochs von Januar und September/Oktober wohl deutliche Kursverluste nach sich ziehen. Zudem wäre der Index aus seinem positiven Trendkanal seit 2011 nach unten ausgebrochen. Ferner steht der MACD kurz vor einem Ausstiegssignal auch auf Tagesbasis. 

Während die technische Analyse derzeit viele Ausstiegssignale generiert, wird dies fundamental durch steigende Zinsen in den USA, weltweiten Handelszöllen und durch die Liquiditätsverknappung der FED untermauert.

Auf der anderen Seite ist das Sentiment derzeit sehr bärisch eingestellt, wie man folgender Grafik entnehmen kann:

 

In der Grafik kann man erkennen, dass Anfang Januar 2018 die Stimmung sehr bullisch war. Danach folgten stärkere Kursverluste, da die Masse oftmals falsch liegt. Diesmal ist die Stimmung jedoch sehr negativ, so negativ wie seit Anfang 2016 nicht mehr. Damals folgten anschließend über Monate sehr starke Kursanstiege. 

Was könnte für nachhaltige Kursanstiege sorgen?

Ein Abbrechen des Zinserhöhungszyklus der FED und ein Beenden des Handelskrieges mit China könnte bspw. für starke Kursbewegungen sorgen. Es bleibt auf jeden Fall ratsam, den Markt von der Seitenlinie aus in den nächsten Wochen passiv zu beobachten.

Der DAX, der die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland umfasst, befindet sich im Gegensatz zum amerikanische Aktienmarkt nicht mehr im Bullenmarkt.

 

DAX Performanceindex (Monat, log. Darstellung)  Chartprogramm: guidants.com, eigene Analyse
Kursstand: 10.788 Punkte

Seitdem die wichtige Unterstützungszone bei ca. 11.850 unterschritten wurde, wurde eine SKS (Schulter-Kopf-Schulter-Formation) nach unten aufgelöst. Diese ehemalige Unterstützungslinie wirkt nun als starker Widerstand. Per se sind wir nun im Bärenmarkt, d.h.  auf Tiefs folgen niedrigere Tiefs und auf Hochs folgen niedrigere Hochs. Das nächste große Kursziel ist nun die Aufwärtstrendlinie von 2003.

Fundamental gesehen, sind die deutschen Unternehmen im DAX sehr exportorientiert aufgestellt. Drohende Handelszölle vor allem für den Automobilsektor und drohende größere Verwerfungen in der Eurozone sind hier pures Gift für die Exportindustrie. Auch eine mögliche Abkühlung der Konjunktur lassen für die größtenteils zyklischen Unternehmen im Dax keinen großen Optimismus zu.

Zusammenfassend kann man erkennen, dass der amerikanische Markt seit 2009 einen deutlich stärkeren Trend als der deutsche ( und auch europäische Aktienmarkt wie dessen Leitindizes Euro Stoxx 50, Stoxx Europe 600 etc. ) aufweist. Während der S&P 500 noch in seinem Trendkanal ist, befindet sich der Dax bereits im Bärenmarkt. Allerdings sind die Vorzeichen für den amerikanischen Leitindex auch alles andere als gut. Höchstens die derzeit sehr negative Stimmung könnte als Kontraindikatior wirken.

Für den Vergleich zwischen dem amerikanischen und dem deutschen/europäischen Aktienmarkt lohnt daher auch ein Blick auf die charttechnische Situation des Währungspaars Euro und US-Dollar. 

EUR/USD (Monat, log. Darstellung)                         Chartprogramm: guidants.com, eigene Analyse
Kursstand: 1,137 €

Bisher war die Aufwärtsbewegung des Euros gegenüber dem US-Dollar seit Anfang 2017 nur eine Korrektur der davorigen Abwärtsbewegung und endete am 61,8% Retracement sowie am langfristigen Abwärtstrend seit 2008. Der MACD lieferte hierzu auch ein Ausstiegssignal aus Monatsbasis. Langfristig wird es wichtig für den Euro sein, aus diesem Abwärtstrend nach oben auszubrechen. Entscheidend für die zukünftige Entwicklung wird das Halten über der 200 Wochenlinie sein. Hier scheint sich der Euro gerade gegenüber dem Dollar zu stabilisieren. Ansonsten drohen weitere Verluste in Richtung Parität.

Fundamental wird hier vor allem die zukünftige Geldpolitik der EZB und der FED entscheidend sein. Auch inwieweit die Eurozone den unterschiedlichen wirtschaftlichen Ungleichgewichten ihrer Mitgliedsländer begegnen kann.

An der stärkeren Performance der US-Aktienmärkte gegenüber der deutschen bzw. der europäischen Aktienmärkte konnte ein Anleger hierzulande zusätzlich durch den Dollar-Aufwind doppelt profitieren. Denn dieser Anleger ist durch seine Investition in amerikanische Unternehmen in US-Dollar investiert gewesen und neben einer stärkeren Aktienrendite des amerikanischen Marktes hat er zugleich an einer positive Dollarrendite gegenüber dem Euro partizipieren können.

Generell ist es stets ratsam, niemals nur auf einen Markt zu setzen, sondern im Rahmen des Diversifikations- und Risikogedankens seine Investitionen in mehrere Märkte (und Währungen) zu streuen. Denn niemand kann eine zukünftige Entwicklung eines Marktes zu 100% vorhersehen. Es handelt sich immer nur um Wahrscheinlichkeiten.

 

 

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