Globaler Lockdown – mögliche Auswirkungen

Globaler Lockdown – mögliche Auswirkungen

by Lukas China

Im Folgenden werden mögliche Szenarien der derzeitigen globalen Beschränkungen in Wirtschaft und Gesellschaft auf die zukünftige Entwicklung dargestellt.

Der aktuelle Status (05.04.2020):
  • Vorübergehende Schließungen oder Kurzarbeit in vielen Wirtschaftsbereichen (siehe Anlage 1)
  • Rettungspakete der Staaten und Zentralbanken (Geldmengen- und Schuldenausweitung / siehe Anlage 2)
  • Leitzins: 0% in USA, EU und vielen anderen Ländern
  • Deflationärer Schock an weltweiten Aktienmärkten (ca. -30% bis -40% / siehe Anlage 3)
  • Anleihenkurse fallen, da Bonität der Schuldner (Staaten, Unternehmen) in Frage gestellt wird

Mögliche Auswirkungen

 

Szenario 1:

  • Schneller Abbruch des Lockdowns: Beschränkungen werden aufgehoben
  • Stabilisierung der Unternehmen und Banken durch Maßnahmen
  • Kurzzeitige Rezession der Wirtschaft
mögliche Folgen:
  • Preisinflation durch Geldmengenausweitung
  • Aktienmärkte könnten sich direkt wieder erholen
  • ggf. weitere Rettungspakete aufgrund der steigenden Schuldenlast von Staaten, Banken und auch Unternehmen
Chancen/Risiken:
  • Einstieg in die Märkte aus Renditegründen
  • Früher Schutz der liquiden Mittel durch Anlage in Sachwerte wie Edelmetalle, Aktien, Immobilien
  • Problem der hohen Verschuldung vieler Staaten, Banken und auch Unternehmen wird in die Zukunft verschoben

Szenario 2:

  • Lockdown dauert länger
  • Keine weitere Stabilisierung vieler Unternehmen und Banken möglich
  • Längere Rezession bzw. Depression der Wirtschaft
mögliche Folgen:
  • Vertrauensverlust innerhalb des Systems (Liquiditätsengpässe: Kredite werden nicht mehr vergeben)
  • Gefahr von Staats-, Unternehmens- und Bankeninsolvenzen
  • Ggf. starke Inflation bei Konsumgütern (Stagflation: viel Geld trifft auf wenig produzierte Waren)
  • vorerst starke Deflation der Vermögenswerte da Liquidität gebraucht wird, später Inflation durch zusätzliche Geldmenge
Chancen/Risiken:
  • Kauf von günstigen Sachwerten nach starkem Preisrückgang
  • “Bail in“ – Gefahr: Gläubiger der Banken haften für Insolvenzen
  • Nach starker Geldentwertung, Vertrauensverlust in die Währung: Währungsreform

Empfehlungen

Generell wollen wir mit diesen beiden Ansätzen einen wahrscheinlichen Verlaufsbereich abdecken. Es kann natürlich auch andere Szenarien geben.
Falls Szenario 1 zutreffen sollte, wäre es gut, man würde jetzt den deflationären Schock an den Aktienmärkten nutzen und in die Märkte einsteigen. Allerdings kann der bisherige Lockdown schon ausreichen, um eine umfangreichere Wirtschafts- und Bankenkrise (siehe Anlage 4) folgen zu lassen, was weitere starke Preisrückgänge an den Kapital- und später an den Immobilienmärkten bedeuten könnte. Dann wäre es sinnvoll, man hätte noch genügend liquide Mittel, um in den Markt einsteigen zu können. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Börsen bei weiteren starken Kursrückgängen für Tage oder sogar Wochen geschlossen werden, um einen Ausverkauf zu verhindern. Wenn dies geschehen würde, könnte man seine liquiden Mittel nur noch schwer in Sachwerte retten und sie wären einer starken Inflation hilflos ausgeliefert.
Es macht daher Sinn, sich auf beide Szenarien vorzubereiten und die Risiken von Geldwerten hinsichtlich einer möglichen Inflation oder eines “Bail In” zu minimieren.
Möglichkeiten könnten daher jetzt sein:
  • Kauf von stabilen Aktien/Aktienfonds in Tranchen (bei jeden weiteren Tiefs nachkaufen, Gefahr vorzeitiger Börsenschließung)
  • Aktienfonds, die sich intern vor Preisrückgängen an den Terminmärkten absichern
  • physische Edelmetalle (kleinere Münzeinheiten besser für Tausch geeignet)
Auch wenn Szenario 2 eintreten sollte, könnte dies eine sehr bereinigende Wirkung haben. Bei Szenario 1 würde die Verschuldungsthematik der Staaten und auch vieler Unternehmen nur in die Zukunft verschoben werden. Zinsen müssten weiterhin so niedrig bleiben und der Sparer würde weiterhin schleichend enteignet werden. Ein Reset des Wirtschafts- und Bankensystems könnte mit einem neuen gesunden Fundament (wie bspw. eine Währung mit Goldstandard, nachhaltiges Wachstum durch ökologische und ethische Standards etc.) wieder goldene Zeiten für Wirtschaft und Gesellschaft zur Folge haben.
Anlage
  1. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in USA immens gestiegen:
  1. Die Verschuldungsquote der USA war schon Ende 2019 sehr hoch. Kann sie realistisch jemals abgebaut werden?
Quelle: Debt to GDP USA, Dec 2019, macrotrends.net
  1. S&P 500: Im größeren Bild hat der Index trotz des Crashs im Februar/März im Vergleich zu seiner vorherigen Aufwärtsbewegung noch nicht viel verloren.
Quelle: S&P 500, log-Darstellung, marcotrends.net
  1. Die Aktien der Banken im Euroraum konnten sich seit der Finanzkrise 2008 nicht erholen und sind nun im weiteren Fall. Könnte dies das Signal einer neuen Bankenkrise sein?

 

 

Rechtliches

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